a. portrait  2016

„A. ist ein geistig und sehbehinderter Junge. Seine Beeinträchtigung wurde durch eine frühkindliche Hirnschädigung verursacht. A. kann weder sprechen noch Sprache verstehen. Aufgrund seiner Sehbehinderung wird angenommen, dass er Licht und Schatten nur in einem Abstand von etwa 10cm wahrnehmen kann. Kommunikation mit A. funktioniert auf taktile Weise. Er würde ohne Hilfe weder essen noch sich von seiner Stelle bewegen. Sie sagen, dass A. Menschen an ihrem Geruch erkennt. Manchmal macht er Laute wie dadldadldadldadl oder glaglagla. Während er diese Silben wiederholt, klopft er mit seinen Fingern an seine Zähne oder schlägt auf den Stuhl, auf dem er sitzt. Das einzige, das A. manchmal wiederholt ist ein Summen. Augenscheinlich davon fasziniert, presst er seinen Kopf an dich, lauscht dem Geräusch und spürt der Vibration in deiner Kehle und deinen Wangen nach.“ (Simon Baumgart)

Der Film basiert auf Tonaufnahmen von A. Über einen wassergefüllte Lautsprecher wird die Tonspur seiner Geräusche sichtbar gemacht. Durch die schwingende Membran wird das Wasser in Bewegung gebracht, die durch plastische Verformung der Oberfläche sichtbar wird: Stille Reglosigkeit wechselt sich mit harmonischen Klangfiguren und chaotischem Spritzen ab. Es findet eine Verschiebung der Wahrnehmungsebene vom Akustischen ins Visuelle statt.