a¹   2017

Der Chor ist als Klangkörper ein Gefüge einzelner Elemente individueller Klangfarbe. Traditionell werden solche musikalischen Teilelemente über den Kammerton a1 als Richtwert zusammengeführt. Die DIN 1317-1 empfiehlt unverbindlich eine Frequenz des Tons von 440 Hertz. Praktisch angewandt variiert die Größe.
In der Arbeit wird dieses Verhältnis von nivellierendem Richtwert und dem Wechselwirken von einzelnem Individuum mit einer übergeordneter Struktur behandelt:
Als plastische Stimmenportraits sind Frequenzanalysen einzelner Aufnahmen angeführt, die von Chorsänger_innen beim Anstimmen des Kammertons gemacht wurden. Sie werden der großflächigen Grauskalen-Visualisierung eines einstimmenden Chors gegenübergestellt. Ein Programm-Script liest die Grundfrequenz der individuellen Stimmaufnahmen aus und gibt diese in zufälligen Kombinationen als reine Sinustöne wieder. Die dicht beieinander liegenden Frequenzen bewirken konstruktives und destruktives Interferieren der einzelnen Schallwellen, hörbar als Schweben der Töne. Die Dopplung der fotografischen Reproduktion einer Stimmgabel thematisiert sie als Produkt serieller Herstellung. Es sind Objekte industrieller Fertigung, in welche die Frequenz des Kammertons über Form, Maße und Materialität in Annäherung an ein Idealmaß eingespeichert ist.